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Was tun gegen den Weihnachts- „Blues“?
Dezember 2001

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Weihnachten sollte ein Fest der Freude und des Friedens sein. Dennoch - für viele Menschen bedeutet Weihnachten Stress, Müdigkeit, Verpflichtung, Enttäuschung und/oder Einsamkeit. In den USA nennt man diese Mischung aus Stress und Traurigkeit den Holiday-Blues. Psychologen meinen, dass heuer in den USA aufgrund der Anschläge in New York und Washington, dem Krieg und der Rezession und hoher Arbeitslosigkeit mehr Menschen als sonst darunter leiden werden. Die angespannte Wirtschaftssituation und die bevorstehende Euro-Einführung macht aber sicher auch vielen Europäern zu schaffen. Nur weil jetzt Weihnachten ist wird man nicht plötzlich glücklich sagt Dr. Doug Jacobs von der Harvard Universität in Cambridge, Massachusetts.

Leider sind es oft gerade die Menschen, die wir am meisten lieben, die am meisten zum Aufkommen einer Weihnachts-Melancholie beitragen - die Familie. Weihnachten heißt schließlich Familientreffen. Viele verbinden damit Bilder von vereint beim Christbaum sitzen, Weihnachtslieder singen, Punsch trinken und so weiter. Die Realität sieht dann oft anders aus: Die Gastgeberfamilie verbringt den Tag hektisch mit kochen und putzen, damit alles perfekt ist. Wenn die ersten Gäste eintreffen, sind die Gastgeber bereits erschöpft. Einige Familienmitglieder kommen dann oft zu spät, die pünktlichen Verwandten stopfen sich mit den hors d’oeuvres voll um den Hunger zu dämpfen und in der Küche verkocht das Festessen. Im Trubel gerät dann die Bescherung nicht so besinnlich wie erhofft, nach einiger Zeit beginnen die Kinder zu streiten und die ersten Verwandten brechen schon vor der Nachspeise auf.

Möglicherweise ist diese Schilderung überzeichnet, aber viele Menschen empfinden nach einer solchen Familienfeier ein Gefühl unbestimmter Traurigkeit und Leere. Eine Ursache dafür ist, dass große Familientreffen heutzutage nur mehr selten stattfinden und wenn dann einmal alle Verwandten zusammenkommen besteht ein größerer Druck das alles perfekt wird. Aus der Erkenntnis, dass die Realität nicht hält was die Phantasie sich erhofft hat resultieren dann Gefühle von Enttäuschung und Entfremdung, die traurig stimmen.

Was kann man nun gegen diesen “Weihnachts-Blues” tun, falls man in diese traurige Stimmung gekommen ist? Das wichtigste: Gestehen Sie sich Ihre Gefühle ein. Verleugnung oder Verdrängung machen die Situation nur schlimmer. Wenn möglich, suchen sie emotionelle Unterstützung und Trost bei ihrem Partner/ ihrer Partnerin oder bei einem/ einer guten Freund/ Freundin. Tun Sie außerdem Dinge, die Ihnen normalerweise Spaß machen und Ihnen über kleine Krisen hinweghelfen können - z.B. Musik hören, ins Kino gehen, ein Theaterbesuch… irgendeine Aktivität, die sie zwingt hinaus zu gehen und sich nicht in der Wohnung zu verkriechen.

Im Ernstfall - falls Sie jetzt schon schlaflose Nächte wegen bevorstehender Familientreffen und damit einhergehenden unausweichlichen Spannungen haben - ziehen sie in Erwägung einfach daheim zu bleiben. In Situationen, in denen die Erfüllung von sozialen Verpflichtungen an psychische Selbst-Zerstörung grenzt ist es durchaus eine gesunde Entscheidung das eigene Wohlbefinden voranzustellen.

Möchten Sie mehr über das Thema Weihnachtsstress lesen? Tipps gegen den Feiertagsstress

Quelle: www.abcnews.com, 14. Dezember 2001


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