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Tipps gegen den Feiertagsstress
Dezember 2000

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Graust Ihnen schon vor dem Wochenendeinkauf? Vor den endlosen Warteschlangen an den Kassen, den überfüllten Parkplätzen und der überall spürbaren aggressiven Hektik?

Graust Ihnen vielleicht auch schon vor den bevorstehenden Verwandtenbesuchen, den üppigen Mahlzeiten oder der erzwungen Familiengemeinsamkeit?

Und graust Ihnen schon vor dem Weihnachtsputz und vor der unvermeidlichen strikten Diät nach Weihnachten, um die aufgefutterten Pfunde wieder loszuwerden?

Nun, warum machen Sie es sich so schwer? Weil Sie noch romantische Erinnerungen an das wundervolle Weihnachtsfest Ihrer Kindheit haben? An den funkelnden Schein von Kerzen und Kekseduft? Oder weil Sie genau diese Erinnerungen nicht haben, nun aber alle Welt von Ihnen erwartet, dass Sie in die allgemeine hektische Suche nach dem perfekten Weihnachtsfest mit all den alten Traditionen miteinstimmen?

Mein 1. Tipp lautet:

Machen Sie sich frei von diesen überzogenen Ansprüchen. Das perfekte Weihnachten (Hanukkah, Eid-Al-Fitr oder Kwanzaa) gibt es nicht. Akzeptieren Sie, dass auch Ihr Fest nicht perfekt sein wird.

Die Feiertage sind dazu dar, gemeinsam zelebriert zu werden. Sie sollen daher keine Theatervorstellung bieten. Tief im Inneren erwarten viele Menschen aber, dass die Fantasie von Glück und perfekter Familie zu Weihnachten Realität wird. Trifft das nicht ein, sind sie enttäuscht und haben das Gefühl, versagt zu haben.

Geben Sie diese Fantasie auf, schrauben Sie Ihre Erwartungen zurück und geniessen Sie die Feiertage wie sie sind.

2. Tipp:

Machen Sie sich keinen zusätzlichen Stress, in dem sie versuchen, soviel von den überlieferten Tradtionen wie möglich für Ihre Familie zu übernehmen.

Denken sie daran: Wie Sie die Feiertage feiern ist ihre persönliche Entscheidung. Sie sind nicht ihre Mutter/Vater und müssen nun genau die gleichen Aufwendungen treiben. Schaffen Sie sich eine eigene Familientradition, die dem Rhythmus Ihrer Familie angemessen ist. Sind beide Partner berufstätig, dann ist es um so wichtiger, dass Sie die Zahl der Familientraditionen beschränken. Es müssen nicht unbedingt selbstgebackene Kekse sein. Es gibt auch weniger zeitaufwendige Traditionen, wie das gemeinsame Singen von Liedern oder das Vorlesen einer Geschichte. Sofern sie religiös sind, dann besuchen Sie vielleicht eine religiöse Veranstaltung, um sich einzustimmen, bevor das eigentliche Familienfest beginnt.

3. Tipp:

Verzichten Sie auf den ausgiebigen Weihnachtsputz- selbst wenn penible Verwandte zu Besuch kommen.

Vereinbaren Sie Familien-Putzstunden. Alle helfen mit und die Putzzeit wird begrenzt. Beginnen Sie mit dem wichtigsten zuerst und hören Sie auf, wenn die vereinbarte Zeit um ist. Was dann nicht getan ist, ist eben nicht getan.

4. Tipp:

Verzichten Sie auf opulente Weihnachtsschlemmereien, die stundenlange Vorbereitungen erfordern. Auch wenn die Magazine noch so voll sind mit grossartigen Kochideen und Tischdekorationen, pfeifen Sie darauf und tun Sie sich lieber selbst etwas Gutes. Deshalb muss man noch lange nicht bei Pizza oder Würstchen bleiben. Kaufen Sie ruhig etwas Besonderes ein, aber eben etwas, was schnell angerichtet ist.: Fertige Feinschmeckerhäppchen aus der Tiefkühltruhe als Vorspeise und exotisches Obst sind durchaus würdiger Ersatz für Suppe und Weihnachtspudding.

5. Tipp:

Wenn Ihnen die vielen Verwandtenbesuche zu Weihnachten - ob als Besucher oder als Gastgeber - zuviel sind, dann trauen Sie sich, abzusagen.

In manchen Familien gibt es zu den Feiertagen riesige Familientreffen, in anderen müssen die Jungfamilien oft hunderte Kilometer reisen, um die Elternhäuser beider Partner zu besuchen und mit Schwager und Schwägerinnen zusammenzutreffen. Von Ruhe und Besinnlichkeit kann da keine Rede sein. Machen Sie sich frei von diesem Druck. Vereinbaren Sie einen anderen Termin für das Familientreffen oder laden Sie beide Großelternpaare für einen gemeinsamen Nachmittag zu sich ein. Falls Sie zu einem grossen Familientreffen gehen, dass an und für sich ganz angenehm wäre, wäre da nicht Onkel Soundso oder Tante X , dann überlegen Sie sich von vornherein Strategien, wie Sie diesem ungeliebten Verwandten entkommen. Konzentrieren Sie sich auf den angenehmen Teil der Verwandtschaft und machen Sie sich vielleicht mit ihrem Partner gegenseitige Rettungshilfe aus, falls Sie doch einmal in die Fänge des jeweiligen Verwandten kommen.

6. Tipp:

Besprechen Sie den Ablauf der Feiertage im vorhinein mit der ganzen Familie.

Überlegen Sie gemeinsame Aktivitäten, von Eislaufen bis Kinobesuch. Machen Sie aber kein zu dichtes Programm, sondern denken Sie auch an Entspannungszeiten.

7. Tipp:

Erzwingen Sie nicht das totale Familien-Zusammensein. Gestehen Sie den einzelnen Familienmitgliedern ihre Freiräume zu. Das gilt besonders für Familien mit Teenagern.

Zu Weihnachten brechen deshalb oft in Familien Konflikte aus, weil der Anspruch besteht, dass alle die gesamte Zeit gemeinsam verbringen müssen. Dann stellt sich aber plötzlich heraus, dass man sich gar nicht mehr soviel zu sagen hat oder die das ganze Jahr über bestehenden Meinungsveschiedenheiten über die Frisur oder die Musik des Nachwuchses eskalieren in einen lauten Streit. Lassen Sie es gar nicht soweit kommen. Wenn Sie den Familienplan über den Ablauf der Feiertage machen, respektieren Sie die Wünsche der einzelnen Familienmitglieder nach eigenen Unternehmungen mit Freunden. Zu einem friedvollen Familienleben gehört die Kunst Kompromisse zu machen. Diese Kunst ist zu den Feiertagen besonders gefordert: Vereinbaren Sie eine gemeinsame Aktivität pro Tag - und das kann dann das gemeinsame späte Frühstück sein - und lassen Sie ansonsten den Nachwuchs ziehen oder öffnen Sie Ihr Haus für eine Teenager-Weihnachtsparty.

Und zum Abschluss noch ein ''weises Wort'' von David Niven, Autor des Buches ''The 100 simple Secrets of Happy People'' (Die 100 einfachen Geheimnisse von glücklichen Menschen”):

''Freude beginnt im Inneren. Die Glückforschung zeigt, dass nicht das, was dir passiert dich glücklich oder unglücklich macht, sondern die Einstellung zu den Ereignissen. Ob du dich auf das konzentrierst, was während der Feiertage klappt und schön ist oder ob du dich auf die Dinge konzentrierst, die nicht funktionieren.''


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geändert am 11/03/2009; © 1999 - 2010 Mag. Christiane Turnheim; Webmaster
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