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Teenager: Elterliche Kontrolle schützt vor Drogenmissbrauch |
Für viele Teenager hört sich das Ergebnis einer Untersuchung eines Antidrogen-Centers in New York, USA, nicht gerade erfreulich an: je mehr Eltern das Leben ihrer heranwachsenden Kinder kontrollieren und Regeln setzen, desto geringer ist die Gefahr, daß die Teens rauchen, trinken oder illegale Drogen verwenden. Darüber hinaus zeigt die Studie einen für manche Eltern erstaunlichen Nebeneffekt: Jugendliche aus ‚strengeren Elternhäusern' berichteten über eine deutlich bessere Beziehung zu ihren Eltern als Teenager mit größerem persönlichem Entscheidungsspielraum. Dieses Ergebnis sollte Eltern Mut machen, sich auch gegenüber ihren halbwüchsigen Kindern wie Eltern zu verhalten und nicht wie Kumpel, hofft Joseph Califano, Präsident des ‚National Center on Addiction and Substance abuse'(CASA) der Columbia Universitaet in New York. An der von dem Center im Herbst vergangenen Jahres durchgeführten Untersuchung nahmen 1000 12 bis 17jaehrige Jugendliche teil.
Die zentralen Schlußfolgerungen aus der Untersuchung sind: Eltern spielen eine Schlüsselrolle bei der Verhinderung von Drogenkonsum bei Jugendlichen. Ihr Einfluß kann etwaigen negativen Einflüssen durch Fernsehen, Kino oder der Musikkultur durchaus Paroli bieten. Und - elterliche Fürsorge und elterliches Engagement mag länger notwendig sein, als viele glauben.
Das Anti-Drogeninstitut CASA untersucht seit Mitte der 90iger Jahre in jährlichen Untersuchungen die Einstellung amerikanischer Jugendlicher zu Drogen und versucht anhand mehrerer Indikatoren das Risiko für einen Drogenkonsum abzuschätzen. In der jüngsten jetzt veröffentlichen Untersuchung wurde erstmals das Verhalten der Eltern in Beziehung gesetzt zum Drogenrisiko. Die Wissenschafter fragten nach insgesamt 12 möglichen erzieherischen Aktivitäten der Eltern wie Überwachung von Schulleistungen, Kontrolle von Fernseh- und Internetgewohnheiten der Teens und Regeln für CD-Käufe, ob die Eltern die Freunde ihrer Söhne oder Töchter kennen und wissen, wo der Nachwuchs die Freizeit verbringt. Weiters wurde gefragt, ob die Familie das Abendessen gemeinsam einnimmt, ob dabei der Fernseher läuft oder ob Zeit für Familiengespräche ist, ob jemand Zuhause ist wenn die Jugendlichen von der Schule heimkommen und ob die Teenager Haushaltsaufgaben übernehmen müssen. Eltern, die zehn und mehr von diesen Aktivitäten durchführen, wurden dann als 'aktiv beteiligte Eltern' (hands-on Eltern) eingestuft. 5 und weniger Aktivitäten bedeutete eine Einstufung als 'nicht aktiv beteiligte Eltern' (hands-off Eltern).
Von den 1000 an der Untersuchung teilnehmenden 12 - 17 jährigen Jugendlichen lebt nur jeder vierte in einer Familie mit aktiv beteiligten Eltern. Etwa jeder 5. Jugendliche lebt in einer Familie mit ‚hands-off' Eltern. Die Gefahr einer mißbräuchlichen Verwendung von illegalen Drogen oder Alkohol ist bei diesen Jugendlichen viermal so hoch wie bei Jugendlichen mit aktiven Eltern.
Das Mehr an elterlicher Kontrolle scheint laut dieser Untersuchung - für viele sicher erstaunlich- der Beziehung zwischen Eltern und Kindern mehr zu nützen denn zu schaden. 41 % der Jugendlichen mit aktiven Eltern bezeichneten ihre Beziehung zum Vater als sehr gut und 54 % bezeichneten so die Beziehung zur Mutter. In den Familien mit ‚hands-off' Eltern gaben nur 14 % eine gute Beziehung zum Vater an und 24 % eine gute Beziehung zur Mutter. CASA-Präsident Joseph Califano sagte zu diesen Zahlen: ‚Soviel Teenager sich auch über elterliche Regeln und Strenge beklagen, sie spüren gleichzeitig, daß dahinter Fürsorge und Liebe stehen. Eltern sollten daher in den Kampf gegen den Drogenmissbrauch viel stärker eingespannt werden.'
Auf die Frage ‚Was ist leichter zu kaufen: Zigaretten, Marihuana oder Bier?' (in den USA ist der Verkauf von Tabak und Alkohol an Jugendliche verboten. Die Altersgrenze für den Kauf von Alkohol liegt in manchen Bundesstaaten bei 21 Jahren) antworteten je 33 %, das Zigaretten bzw. Marihuana am leichtesten zu kaufen seien.
28 % der Jugendlichen hatten Freunde oder Klassenkameraden, die Ecstasy Tabletten konsumieren.
Jeder 10. Jugendliche war schon bei einer Rave-Veranstaltung und bei 70 % dieser Veranstaltungen waren Ecstasy-Tabletten erhältlich.
Nur 51 % der Jugendlichen sagten von sich, daß sie wahrscheinlich niemals illegale Drogen probieren werden. (1999: 60 %)
Mehr als 60 % der Jugendlichen über 16 Jahre sagten, daß an ihrer Schule Drogen kursieren.
17 % gaben an, sich von Freunden unter Druck gesetzt zu fühlen, Drogen zu probieren
Quelle: National Center on Addiction and Substance Abuse (CASA) an der Columbia Universität, New York; www.casacolumbia.org