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Eltern und Kinder gemeinsam im Familienbett? Langzeitstudie fand weder Vor- noch Nachteile.
September 2002

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Viele Fachleute und Organisationen, wie z.B. die US-Akademie für Kinderärzte mahnen zur Vorsicht wenn es um das gemeinsame Schlafen von Kindern und Eltern in einem Bett geht. Schlafstörungen könnten die Folge sein oder Störungen in der psychosexuellen Entwicklung hieß es Jahre lang von vielen Seiten. Andere Fachleute argumentierten zur gleichen Zeit, ein gemeinsames Familienbett würde dazu beitragen, dass die Kinder eine engere Beziehung zu ihren Eltern hätten und später im Leben zu mehr Intimität in ihren Beziehungen fähig wären.

Ein Wissenschafterteam der Universität von Kalifornien in Los Angeles arbeitete seit 1975 an einer Forschungsstudie, die darauf abzielte, die Debatte ein für allemal zu klären. Das Ergebnis dieser Langzeitstudie wurde im August in der US- Zeitschrift „Developmental and Behavioral Pediatrics“ veröffentlicht. Demnach fanden die Wissenschafter weder Vor- noch Nachteile für das gemeinsame Familienbett.

Für das Forschungsvorhaben verfolgte die Wissenschaftergruppe 18 Jahre lang die Entwicklung von Kindern in 205 kalifornische Familien. In einem Drittel der Familien teilten Eltern und Kinder zumindest den gleichen Raum, wenn nicht sogar das Bett, zu dem Zeitpunkt als die Kinder 5 Monate alt waren. Je älter die Kinder wurden desto seltener wurde das ‚Bedsharing“: Im Alter von 3-5 Jahren schliefen noch 9 Prozent der Kinder bei den Eltern, im Alter von 6 Jahren nur mehr 3 Prozent.

Beim Vergleich der emotionellen und kognitiven Reife der Kinder, die bei den Eltern geschlafen haben mit der Reife von Kindern, die ein eigenes Schlafzimmer hatten zeigte sich im Alter von 6 Jahren eine leicht größere geistige Reife bei der “Bedsharing” Gruppe. Der Unterschied war allerdings minimal. In bezug auf Schlafverhalten oder psychosexueller Entwicklung konnten die Forscher keine Unterschiede zwischen den Kindergruppen feststellen.

Auch Jahre später fanden die Forscher keine Unterschiede zwischen den Gruppen: Im Alter von 18 Jahren zeigte die “Bedsharing” Gruppe weder höhere Raten von Drogenmissbrauch, Depressionen, Kriminalität oder Partnerwechsel Praxis als die Gruppe der Jugendlichen mit eigenem Schlafzimmer von frühesten Kinderbeinen an. Es wurden auch keine positiven Konsequenzen gefunden wie z.B. größere Fähigkeiten in Bezug auf zwischenmenschliche Beziehungen.

Der Leiter der Forschungsgruppe, Paul Okami vom Institut für Psychologie der Universität Kalifornien meint über das Ergebnis der Studie: Das Wichtigste ist, dass wir keine Konsequenzen gefunden haben. Wir wissen nun, dass Leute, die Bedenken über ein gemeinsames Schlafzimmer von Eltern und Kindern äußern und von möglichen psychologischen Schäden reden nur ihre persönliche Meinung äußern . Es gibt keine Fakten die darauf hinweisen, dass die Praxis schädigend wäre. Anita Hurtig, Direktorin der „Pediatric Psychosocial Clinic“ an der Universität von Illinois in Chicago begrüßte das Ergebnis der Studie, da dadurch Druck von vielen Familien genommen würde. „Aufgrund meiner Erfahrung treten negative Effekte von bedsharing eigentlich nur in Familien auf, wo Mütter das Bett mit Kindern teilen nachdem der Vater die Familie verlassen hat“, sagt Hurtig. „Diese Situation bedeutet, dass die Mutter die Kinder in die Rolle des Mannersatzes zwingt und dadurch psychologische Fehlentwicklungen bei den Kindern fördert“.

Quelle: http://www.psycport.com, 14.August 2002
Der komplette Artikel ist nachzulesen unter auf der Website des Journals „Developmental and Behavioral Pediatrics“ (Ausgabe Aug. 2002, Download-Preis: $5, www.jrnldbp.com unter “Journal contents”)


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